Auf Borkum in den siebten Himmel

„Ja, ich will“ auf Borkum heiraten

Paare, die sich auf Borkum kennen gelernt haben, hier ihren ersten Urlaub gemeinsam verbrachten oder schon einzeln einige Male auf der Insel waren verspüren nicht selten den Reiz des Besonderen. Auf Borkum ist alles anders, gerne auch die standesamtliche Trauung. Ob in schwindelnder Höhe auf dem Alten Leuchtturm, ganz traditionell im Ratssaal des Rathauses, im historischen „Kaiserwagen“ der Borkumer Kleinbahn oder in der Offiziersmesse des Nationalpark-Schiffs Borkumriff mit romantischem Meerblick – für Ehepaare in spe bieten sich hier einige Möglichkeiten.

Die gebürtige Borkumerin Steffanie Drost ist die örtliche Standesbeamtin. Sie traut auf der Nordseeinsel 200 Paare im Jahr und das schon seit 33 Jahren. Eine Entwicklung hin zur Hochzeit am Meer hat sie im Laufe der Zeit deutlich spüren können. „Immer mehr Touristen zieht es nicht nur für den Urlaub, sondern auch zur eigenen Hochzeit hier her“, berichtet sie. Mittlerweile kommen etwa 85% der Brautpaare, die sich auf dem Eiland trauen lassen, vom Festland. Die Insulaner bevorzugen den Ratssaal, während die Touristen auch gerne die Gebühren für eine Eheschließung auf dem Alten Leuchtturm (100,- Euro) oder auf dem Feuerschiff (100,- Euro) bezahlen. Die Trauung im Ratssaal ist kostenfrei.

Auch ein original „Kaiserwagen“ steht für eine standesamtliche Trauung zur Verfügung. Der zweiachsige Salonwagen stammt aus dem Jahr 1905, fährt unter der Fahrzeugnummer „No. 38“ und hat Platz für 12 Personen. Der Wagen verfügt über ein Adjutanten-Abteil und einen Salon. Letzterer ist prächtig im Jugendstil-Charme ausgestattet. Auf bordeaux-roten Samtbezügen auf Federkernkissen kann das Brautpaar seinen großen Moment genießen. Für die Zeremonie macht das „rollende Standesamt“ mit dem stilvollen Ambiente einen Halt auf freier Strecke, mitten in der Borkumer Natur. Neben den Schienen kann anschließend ein Sektempfang mit der Hochzeitsgesellschaft statt finden.

Auf dem Alten Leuchtturm finden die Trauungen jeweils am ersten Freitag im Monat statt, auf dem Feuerschiff Borkumriff jeweils am dritten Freitag. Es ist nicht selten, dass an den reservierten Tagen nicht nur eine, sondern bis zu fünfzehn Trauungen stattfinden. Mit Stress hätte das aber nichts zu tun sagt Drost: „Der Tag vorher ist da arbeitsreicher, weil ich viele Vorbereitungsgespräche aufgrund der Anreise vom Festland erst dann führen kann. Aber der eigentliche Hochzeitstag ist selbst für mich als Standesbeamtin immer ein ganz besonderer, auf den ich mich freue.“

Im persönlichen Vorbereitungsgespräch werden unter anderem die letzten Formalitäten mit den Paaren geklärt, das Stammbuch ausgewählt und Gebühren entrichtet. Vor und nach der Trauung auf dem Wahrzeichen der Insel werden die Paare von einer ehrenamtlichen Mitarbeiter in betreut. Nach der ungefähr 30-minütigen Trauung genießen die Paare auf der Plattform des Turms in 41 Metern Höhe die phänomenale Aussicht und stoßen mit einem Glas Sekt auf das besondere Ereignis an. Auf diesen Moment haben die meisten Paare sich auch lange genug gefreut. Fünf Monate im Voraus sollte man sich für eine Trauung auf dem Alten Leuchtturm anmelden, da die Nachfrage hier sehr groß ist.

Auf dem Feuerschiff sind mehr Termine frei. Während auf dem Alten Leuchtturm schon Ende der 1990er Jahre getraut wurde, ist dies auf dem Feuerschiff erst seit März dieses Jahres möglich. Das Angebot werde noch nicht so stark angenommen, es sei noch ausbaufähig, sagt Drost, sieht der zukünftigen Entwicklung dahingehend aber positiv entgegen. Schließlich hat auch die Trauung auf dem Meer seine Reize: Die ehemalige Offiziersmesse erstrahlt in ganz neuem Glanz, Stehtische auf dem Voderdeck laden zu einem kleinen Umtrunk nach der Trauung ein und eine exklusive Führung über das Schiff ist natürlich auch im Programm inbegriffen. In voller Fahrt wird jedoch nicht getraut, sondern wenn das Schiff im Hafen liegt.

Für jede Trauung schreibt Steffanie Drost eine individuelle Rede, was die Paare sehr zu schätzen wissen. Nicht selten flattern Dankesbriefe ins Rathaus, mit lieben Grüßen aus allen Ecken Deutschlands, häufig sogar mit Erinnerungsbildern. „Viele schauen auch in meinem Büro vorbei, wenn sie wieder auf der Insel sind und stellen manchmal sogar ihre Kinder vor“, erzählt Drost. Sie macht ihren Beruf wirklich gerne: „Ich lerne nette Menschen kennen, darf sie an ihrem ganz besonderen Tag begleiten und kann mich selbst einbringen – das macht mir großen Spaß!“.

Und wenn es nach einer standesamtlichen Trauung an einem außergewöhnlichen Ort auch außergewöhnlich weiter gehen soll: Die Borkumer Kleinbahn vermietet z.B. für die Beförderung der Hochzeitsgesellschaft zum Veranstaltungsort einen Oldtimer-Bus. Der Mercedes Benz 0 3500 aus dem Baujahr 1951 verfügt über 27 Sitzplätze und mehr als genug Charme, um den schönsten Tag im Leben noch schöner zu machen.

Für Termin-Absprachen steht Ihnen die Standesbeamtin Frau Drost unter folgender Rufnummer zur Verfügung: 04922 303-222.


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