Blog - Interview mit Werner Tapper vom Watertoorn Börkum e.V.
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Interview mit Werner Tapper

Vorsitzender des Watertoorn Börkum e.V.

von Dennis Möller | 12. Januar, 2022

Werner Tapper ist Vorsitzender des Watertoorn Börkum e.V. und engagiert bis in die Haarspitzen. Geriet der Turm in der Vergangenheit zusehends in Vergessenheit, waren Werner Tapper und der Verein, der den Watertoorn wieder aufbereitete und der Öffentlichkeit zugänglich machte. Über das aktuelle Projekt, das Waterhuus, berichtet er uns im Interview.


Du gehörst zu den engagierten ehrenamtlichen Personen auf Borkum. In welchem Verein bist du tätig?

Mein Leib-und Magenverein ist natürlich der Watertoorn Börkum e.V. Daneben bin ich im Heimatverein tätig. Ich bin aktiver Sänger im ökumenischen Gospelchor „Um Himmels Willen“. Darüber hinaus bin ich in vielen Borkumer Vereinen als mehr oder weniger aktives Mitglied tätig. Ich würde gern mehr machen, muss aber mit meinen Kräften und Ressourcen haushalten und sie gezielt einsetzen.

Werner Tapper vor dem Watertoorn während seiner Restaurierung

Wie bist du zum Watertoorn Börkum e.V. gekommen?

Der Wasserturm führte ein jämmerliches Dasein, nachdem er außer Betrieb gesetzt worden ist und zudem noch 1982 seinen besonders attraktiven Turmkopf durch Abriss verloren hat. Eine Gruppe von interessierten Borkumern hat sich um 2007 zusammengefunden mit dem Ziel das mittlerweile unter Denkmalschutz stehenden Borkumer Wahrzeichen wieder zu alter Schönheit zu verhelfen. Vor allem aber wollten wir erreichen, dass der Turm der Öffentlichkeit zugänglich werden sollte.

Woher kommt deine Leidenschaft zum „Watertoorn“?

Viele Gründe treffen da aufeinander. Einmal ist es das Interesse an alter Borkumer Architektur, so auch am Watertoorn. Unsere Vorväter haben mit der Errichtung des Wasserturms in einem besonderen Baustil viel Geld in die Hand genommen und ein Gebäude erschaffen, das seinesgleichen auf unseren Inseln nicht gefunden wird. Das Amt für Denkmalpflege hat den Watertoorn als „bedeutsames Bauwerk“ eingestuft. Zum anderen habe ich von 1960 bis 1963 eine Lehre bei den Stadtwerken absolviert und war somit oft im und am Watertoorn. Ich weiß noch um die Bedeutung des Watertoorns als Garant für die Wasserversorgung unserer Insel. Das hat mich nie losgelassen.

Erzähl uns mehr von dem Projekt rund um den „Watertoorn“?

2007 schlossen sich engagierte Menschen auf der Insel zu dem gemeinnützigen Watertoorn Börkum e.V. mit inzwischen (im September 2019) 463 beitragszahlenden Mitgliedern zusammen, pachteten das verfallene Gebäude 2010 von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Borkum, beschafften sich Geld aus Fördertöpfen von Berlin, über Hannover bis Brüssel und aus gemeinnützigen Stiftungen (Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bingo Umweltstiftung) sowie von großzügigen privaten Spendern und ließen den Turm von mittelständischen Betrieben und (teils unentgeltlich arbeitenden) Fachleuten restaurieren. Seit 2014 steht er nun als ortsprägendes Bauwerk in alter Pracht mit wieder hergestelltem Turmkopf da. Das gesamte Mauerwerk, einschließlich der Fugen wurde erneuert, ebenso

Im Gespräch mit Gitta Connemann (MdB)

die historischen Gussfenster und die nach Original-Modellen angefertigten Holzkonsolen. Der Watertoorn Börkum e.V. hat sein gewaltiges Sanierungsprojekt damit erfolgreich abgeschlossen, aber nach wie vor ist das Gebäude ein „Wasserturm ohne Wasser“. Doch auch diesen Mangel wird der Verein beheben.

Der Verein ist schon tatkräftig dabei, das Turminnere als Wassermuseum wiederzubeleben. Dabei geht es dem Verein nicht nur um eine museale Ausstellung von Exponaten, sondern auch und vor allem um ein Wasser-Erlebnis- und Bildungszentrum, dem auf verschiedenste Art und Weise das Thema Wasser kommuniziert wird. Natürlich geht es in diesem Museum nicht um das Seewasser, das die Insel reichlich umfließt, sondern um das Wasser, dem der Turm einst diente: Trinkwasser.

Nach erfolgtem Ausbau des Turmes entsteht unten vor der Düne das vollständig barrierefreie Waterhuus. Es wird Museumseingangsbereich mit Seminarräumen, Wasserwerkstatt, in der experimentell das Thema Wasser „begreifbar“ und erfahrbar erlernt wird.

Dein Engagement wurde letztes Jahr ausgezeichnet. Was hat es damit auf sich?

Im letzten Jahr bin ich mit dem „Blinkfüür“, das ist der Ehrenamtspreis des Kreises Leer, als Vorsitzender des Watertoorn Börkum ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde damit mein und unser Engagement für die Erhaltung des Watertoorns und die ehrgeizigen Ziele, die wir noch verwirklichen wollen. Als einer der Preisträger des Kreises Leer wurde ich für den Deutschen Engagementspreis nominiert. In der Online-Abstimmung habe ich unter über 600 Nominierten immerhin den 5. Platz für unseren Verein auf unsere Insel geholt.

Würdest du sagen, Borkum hat eine lebhafte Kultur?

Die kulturelle Borkumer Landschaft ist so vielfältig und unterschiedlich, dass man manchmal aus dem Staunen nicht herauskommt. Da sind einmal die vielen Musikgruppen und Solokünstler, die Borkumer Niederdeutsche Bühne, das Musical „Up de Walvis“ u.a.m. Aber auch unsere Museen und Ausstellungen haben einen hohen Wert. Es gibt bei uns den literarischen Arbeitskreis, die Bücherei, die Ökumene mit ihren vielfältigen Angeboten. Nicht zu vergessen der VBJ, seine Untergruppen und der Heimatverein der Insel (Pflege der plattdeutschen Sprache), die für die vielfältige „Urborkumer“ Traditionen gerade stehen. Was wäre Borkum ohne die naturkundlichen Führungen, Wattwanderungen und ähnliche Veranstaltungen? Nicht vergessen möchte ich auch nicht die Initiativen, die sich mit der Borkumer Geschichte beschäftigen. Aber auch Essen und Trinken, besondere Feste auf der Promenade u.a.m. Last not Least aber auch die vielen unterschiedlichen kulinarischen Angebote, die von der NBG dargeboten werden.

 

Alter oder Neuer Leuchtturm? 

Natürlich beide, wobei der Olde Baas mein Favorit ist

Ostland oder Stadt?                      

„Natürlich“ Ostland, lecker essen und trinken und Musik: Stadt

Sonne oder Schietwetter?         

Chillen? Sonne! Tief durchatmen, Bronchien lösen? Naturgewalt erleben? Schietwetter

Gezeitenland oder Meer?

Fitness, Wellness, Sauna, Schwimmen, wenn es draußen kalt ist: Gezeitenland! Sonst immer Meer!

Cocktail oder Bier?

Sundowner? Gerne Cocktail! Am Strand, mit Freunden, gern ein Bier

Fisch oder Fleisch?                        

Drei Mal die Woche Seefisch! Ob zu Hause selbst zubereitet oder in einem Restaurant. Gern auch mal ein Stück Fleisch.

Windbeutel oder Torte?             

Ein Sturmsack ist so was von lecker! Oder eine Ossitorte? Auch fein!

Nordstrand oder Südstrand?    

Sehen und gesehen werden? Musik lauschen? Promenieren? Nordstrand. Sonst NUR Südstrand!

Fahrrad fahren oder spazieren gehen?

Will ich schnell wo hin? Einkaufen? Inseltour? Fahrrad fahren. Sonst gern zu Fuß!

Bali oder Borkum?                        

Ich weiß nicht, was die Frage soll. Wer fährt schon nach Bali, wenn er Borkum haben kann?

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