Kleinbahn
Die Borkumer Kleinbahn gilt als älteste Inselbahn Deutschlands und ist ein bedeutendes Zeugnis technikgeschichtlicher Entwicklung. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1888 verbindet sie den Fähranleger mit dem Ortskern der Nordseeinsel Borkum. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1879 zurück, als sie zunächst als Pferdebahn für den Bau des Neuen Leuchtturms diente. Später wurde sie auf Dampfbetrieb umgestellt und am 15. Juni 1888 offiziell eröffnet. Die Kleinbahn spielte eine zentrale Rolle für den Aufschwung des Tourismus und den militärischen Ausbau der Insel. Der Anschluss an den neuen Hafen und der Bau des Inselbahnhofs machte Borkum für den Seebadtourismus attraktiv. Während der Kaiserzeit diente die Bahn auch dem Transport von Baumaterial und Personal zu den militärischen Anlagen, da Borkum zu einer Seefestung ausgebaut wurde. In ihrer Hochphase erstreckte sich das Streckennetz auf bis zu 45 Kilometer. Technisch fährt die Kleinbahn auf einer Spurweite von 900 mm. Ihre Hauptstrecke ist aktuell etwa 7,5 Kilometer lang und zweigleisig ausgebaut – ein seltenes Merkmal bei Schmalspurbahnen in Deutschland. Heute kommen überwiegend moderne Dieseltriebwagen zum Einsatz, ergänzt durch nostalgische Fahrten mit liebevoll restaurierten historischen Zügen.