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Walfangzeit auf der Insel Borkum

Roelof Gerrits Meyer - Borkums bekanntester Walfänger

von Jeelka de Buhr | 24. März, 2023

Die Walfangzeit auf Borkum erstreckte sich vom Anfang des 18. Jahrhunderts bis ins frühe 19. Jahrhundert. In dieser Zeit war unser Eiland ein wichtiger Ausgangspunkt für Walfänger, die in den arktischen Gewässern auf Jagd nach Walen gingen.


Die Walfänger von Borkum waren hauptsächlich auf Grönlandwale spezialisiert, die sie mit Harpunen und Lanzen jagten.

Hier sind einige Fakten über Grönlandwale:

  • Grönlandwale sind eine der größten Walarten und können bis zu 18 Meter lang und 100 Tonnen schwer werden.
  • Sie sind auch bekannt als „Bowhead“ Wale aufgrund ihres ungewöhnlich hohen, gebogenen Kiefers.
  • Grönlandwale sind in der Arktis beheimatet und leben in den Gewässern um Grönland, Kanada und Russland.
  • Sie sind die längsten Säugetiere der Welt, die in den Polargewässern leben.
  • Die Lebensdauer eines Grönlandwals kann bis zu 200 Jahre betragen
  • Die riesigen Tiere sind bekannt für ihre Fähigkeit, tiefe Tauchgänge von bis zu 600 Metern oder mehr zu unternehmen, während sie bis zu 40 Minuten unter Wasser bleiben können.
Grönlandwal

Grönlandwal

 

 

 

 

 

 

 

Roelof (ausgesprochen Ruulf) Gerrits Meyer war der bekannteste Walfänger der Insel Borkum im 18. Jahrhundert. Seine Geschichte und die seiner Mannschaft sind ein Beispiel für die harte Arbeit und die Risiken, die mit der Jagd auf Wale verbunden waren.

Meyer wurde 1712 auf der Insel Borkum geboren und wuchs in einer Familie auf, die bereits seit Generationen in der Fischerei tätig war. Schon früh zeigte er Interesse am Walfang. Bereits im Alter von 10 Jahren fuhr er mit seinem Vater und seinem Onkel als „Laufjunge“ mit ins Nordpolarmeer. Mit 24 Jahren (1736) trat er in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Kapitän eines Walfängerschiffs.

Walfang - Bilder aus dem Buch "Borkum anno 1777 Das Todesjahr"

Walfang – Bilder aus dem Buch „Borkum anno 1777 Das Todesjahr“

Der Walfang war zu dieser Zeit eine gefährliche, aber auch sehr lukrative Tätigkeit. Die Schiffe waren oft monatelang auf See und die Mannschaften waren extremen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Der Erfolg der Jagd hing von vielen Faktoren ab, wie der Wetterlage, dem Wissen um die Wale und dem Geschick der Walfänger. Ein Fehler konnte das Schiff und die Besatzung in Gefahr bringen.

Meyer war jedoch ein erfahrener Kapitän und seine Schiffe waren bekannt für ihre Geschwindigkeit und Wendigkeit. Die Borkumer Walfänger wurden in der Region hoch angesehen.

Er und seine Mannschaft jagten Wale oft in den eisigen Gewässern des Nordmeers. Roloef Gerrits Meyer nahm an 47 Grönlandfahrten teil. Dabei erlegte er und seine Schiffsbesatzug (mehr als 40 Männer) 311 Grönlandwale. Die Borkumer Walfänger brachten ihre Beute

Walkinnladenzaun auf Borkum

Walkinnladenzaun auf Borkum

z. B. nach Amsterdam (Ablegehafen), wo sie dann verarbeitet wurde. Der Waltran wurde in Fässern gelagert und später für Lampenöl und Seife verwendet. Der Walrat wurde zur Herstellung von Kerzen und Seife verwendet und das Walöl wurde für verschiedene Zwecke wie die Herstellung von Farben und Lacken benutzt. Ebenfalls brachte die Mannschaft riesige Walknochen mit nach Hause, aus denen R. G. Meyer den uns allen bekannten Wal-Kinnladen-Zaun um sein Wohnhaus in der Wilhelm-Bakker-Straße errichten ließ. Dieser diente als Sandfangzaun. (Bunkenpaalen)

Die Arbeit auf See war sehr gefährlich. Die Mannschaften arbeiteten oft unter schwierigen Bedingungen und waren auf engstem Raum zusammengepfercht. Das Leben auf See war oft geprägt von körperlicher Anstrengung, schlechter Ernährung und Krankheiten. Viele Walfänger kehrten nie zurück, entweder weil sie bei der Jagd ums Leben kamen oder auf dem Schiff erkrankten.

Walfangschiffe - Buch Borkum anno 1777 Das Todesjahr

Walfangschiffe – Buch Borkum anno 1777 Das Todesjahr

Meyer war einer der wenigen Walfänger, der eine lange „Walfang-Karriere“ hatte. Im Alter von 74 Jahren (1786) fuhr er das letzte Mal aus ins Nordmeer und kam mit 158 Fässern Speck, Barten und Knochen von 8 Walen zurück auf die Insel. Er verstarb mit 85 Jahren auf Borkum, wo er noch immer als „Legende“ der Walfangzeit bekannt ist.

 

Vielen Dank an Peter de Buhr und Frieder Grävemeyer für das bereitstellen der Bilder aus ihrem Buch Borkum anno 17777 – Das Todesjahr.

3 Antworten zu “Walfangzeit auf Borkum”

  1. Martina Heistermann sagt:

    Moin,
    vielen Dank für den informativen Beitrag.
    Ich bin ein großer Borkumfan und mindestens einmal, oft zwei mal im Jahr auf der Insel.
    Einmal Borkum – immer Borkum!
    Gruß aus dem Münsterland!

  2. Brigitte Hasecke sagt:

    Moin
    Ich habe den Roman „ Die Walfängerin von Borkum“ gelesen,ist eine tolle Vertiefung zu ihren Bericht
    Lg vom Niederrhein

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