Jede Insel braucht einen Leuchtturm

Borkum hat fünf

von Dennis Möller| 03. April, 2019

Sie gehören zu Borkum wie der Sand ans Meer. Die Leuchttürme. Insgesamt fünf an der Zahl hat unsere Insel im Ortskern und am Südstrand anzubieten. Den Alten Leuchtturm, den Neuen Leuchtturm, den Elektrischen Leuchtturm, das Quermarkenfeuer Düne und das Einfahrtsfeuer Fischerbalje.


Jeder mit einer unterschiedlichen Geschichte, aber alle mit dem gleichen Zweck: Die Seefahrt um Borkum sicherer zu machen. Die drei bekanntesten habe ich besucht und möchte sie kurz vorstellen.

 

Der Alte Leuchtturm

Er ist der älteste Leuchtturm und zugleich das älteste Bauwerk aller Ostfriesischen Inseln. Archäologische Grabungen auf Borkum ergaben, dass es hier im 14. Jahrhundert schon eine kleine Kirche gab. 1576 ersetzte die Stadt Emden den Kirchturm der kleinen Kirche durch einen 40 Meter hohen Turm, als Tagesmarke für die Schifffahrt: Die Seefahrt rund um das gefürchtete Borkumriff wurde ein kleines Stück sicherer. 1817 wurde alles einfacher: Das Königreich Hannover ließ den Alten Borkumer Turm von einer Tagesmarke zum Leuchtturm mit Öllampen und Parabolspiegeln umbauen. Als er 1879 ausbrannte, errichtete Preußen den Neuen Borkumer Leuchtturm.

 

Der Neue Leuchtturm

Der Neue Leuchtturm

Der Neue Leuchtturm – amtlich der „Große Leuchtturm“ – weist seit nun schon über 130 Jahren der nächtlichen Schifffahrt vor den Ostfriesischen Inseln den Weg. Aber auch tagsüber leistet er wertvolle Dienste. Mit seinen 60,3 Metern Höhe verschafft der Neue Leuchtturm den Gästen eine herrliche Aussicht – über das Inselstädtchen, die Dünenlandschaft Borkums, das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und die offene Nordsee. Erbaut wurde er im Jahre 1879 innerhalb von sechs Monaten. 308 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform. Weitere sieben Stufen führen in der Laterne an das Leuchtfeuer, das der vor der Emsmündung verkehrenden Schifffahrt zur nächtlichen Orientierung dient. Der Turm steht an der Westseite der Nordseeinsel Borkum und ist damit der westlichste Leuchtturm Deutschlands. Bei Tag und Nacht ist er den Gästen ein beliebtes Fotomotiv.

 

Der Elektrische Leuchtturm

Er sieht aus, wie man sich einen „richtigen“ Leuchtturm vorstellt. Rund, rot-weiß gestreift und inmitten der Dünen. Den Erbauern ging es um 1890 aber weniger darum, das perfekte Urlaubsmotiv zu erschaffen, sondern darum, die Nachtschifffahrt im Bereich der Emsmündung noch sicherer zu machen. In Betrieb ist er bereits seit einigen Jahren nicht mehr. Was den elektrischen Leuchtturm nicht davon abhalten kann, mit seinem Anstrich auch weiterhin eine fast schon klischeehaft schöne Nordsee-Romantik auszustrahlen.

Der 27 Meter hohe Elektrische Leuchtturm befindet sich auf der Randdüne südlich des Ortskerns von Borkum und ist von dort mit einem 15-minütigen Fußmarsch gut zu erreichen. Am 11. August 2003 löschte das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden das Leitfeuer, da gegenwärtig eine Sandbank durch das Fahrwasser läuft. Der Turm dient als Radarantennenträger weiterhin der im deutsch-niederländischen Verkehrssicherungssystem in der Emsmündung.

Der Elektrische Leuchtturm am Südstrand

Jeder der drei (ehemaligen) Sezzeichen hat seinen eigenen Charme, alle unterscheiden sich auch äußerlich voneinander. Der Alte Leuchtturm, mitten im Stadtkern, unterscheidet sich allein schon durch seine viereckige Form vom 5 Minuten entfernten Neuen Leuchtturm, der, umgeben von Wiese und Hecke, schon fast majestätisch über der Stadt thront. Und rundlich ist. Natürlich darf schlussendlich der typisch gestreifte Leuchtturm nicht fehlen – so wie man ihn stets auf Postkarten und anderen Bildern bestaunen kann. Zu besichtigen ist aber lediglich der Neue Leuchtturm in der Strandstraße. Der Blick von dort oben ist einfach unschlagbar.

  • Der Neue Leuchtturm

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