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Hinter den Kulissen: Leuchtturm

Welche Aufgaben ein Leuchtturmwärter auf Borkum hat.

von Kea Neeland | 26. April, 2024

Hans-Jürgen Grüning ist noch nicht lange Leuchtturmwärter des Neuen Leuchtturms auf Borkum, doch die Arbeit bereitet ihm viel Vergnügen. Hier erzählt er, was die Arbeit als Leuchtturmwärter so besonders macht.


Die letzten Stufen bis zur Aussichtsplattform sind steil. Foto: Marc Basan

Die letzten Stufen bis zur Aussichtsplattform sind steil. Foto: Marc Basan

„Am meisten gefällt mir an meinem Job der Kontakt mit den Gästen“, sagt Hans-Jürgen Grüning. Er ist einer der beiden Leuchtturmwärter des Neuen Leuchtturms auf Borkum. „Man kommt gut mit den Menschen, die den Leuchtturm besteigen, ins Gespräch. Das finde ich besonders schön“, sagt er über seine Arbeit. Aber auch den Job an sich findet Hans-Jürgen Grüning spannend. Aber was gehört alles dazu, den 60.3 Meter hohen Turm zu pflegen?

„Es ist wichtig, dass ich den Gästen Auskunft zum Turm geben kann, ohne ständig nachgucken zu müssen“, erklärt der Leuchtturmwärter. Fragen, die oft gestellt werden, sind zum Beispiel die nach der Anzahl der Stufen -308 Stufen müsst ihr erklimmen, um oben anzukommen- oder wie viele Strahlen der Leuchtturm besitzt -er hat sechs große Linsenfelder, die drei Strahlenpaare erzeugen und in klaren Nächten bis zu 45 Kilometer weit sichtbar sind.

Wärter im Neuen Leuchtturm

Hans-Jürgen Grüning sorgt außerdem für einen geregelten Einlass, auch wenn die Schlangen vor dem Leuchtturm mal etwas länger sind. „Ich möchte, dass unsere Besucher zufrieden sind, und da muss man bei einem großen Ansturm auch flexibel bleiben“, findet er. Pro Schicht geht er einmal nach oben und kontrolliert dort alles. „Manchmal muss ich Dinge aufsammeln, die dort liegen gelassen worden sind. Auch draußen achte ich darauf, dass alles sauber ist.“ Einmal im Monat wird der Turm gereinigt.

Hans-Jürgen Grüning ist einer der beiden Leuchtturmwärter des Neuen Leuchtturms. Foto: Verena Stalke

Hans-Jürgen Grüning ist einer der beiden Leuchtturmwärter des Neuen Leuchtturms. Foto: Verena Stalke

„Es kommt auch mal vor, dass eine Lampe durchbrennt oder eine Glasscheibe kaputt geht. Das leite ich dann weiter“, erläutert der Leuchtturmwärter. Erbaut wurde der Neue Leuchtturm im Jahr 1879 in Rekordzeit, nachdem im Alten Leuchtturm ein Feuer ausgebrochen ist. Zwischen der Grundsteinlegung am 1. Mai und dem Richtfest am 20. September lagen weniger als fünf Monate.

Leuchtfeuer in der Nordsee

Heute dient der Turm nicht nur der vor der Emsmündung verkehrenden Schifffahrt zur nächtlichen Orientierung, sondern bietet auch tagsüber eine herrliche Aussicht – über das Inselstädtchen, die Dünenlandschaft Borkums, das Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer und die offene Nordsee. Für Hans-Jürgen Grüning hat der Neue Leuchtturm einen ganz besonderen Flair, schließlich steht er an der Westseite Borkums und ist damit der westlichste Leuchtturm Deutschland. „Und er ist nicht so feucht wie andere Leuchtturme“, fügt der Leuchtturmwärter mit einem Schmunzeln hinzu.

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