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Kitesurfparadies auf Borkum

Eine Portion Action mit einer Brise Nordseewind

von Hanna Münzel| 18. August, 2020

2 Wochen Flaute. Seit Tagen warten wir ungeduldig auf den Wind. Morgen scheint Licht am Ende des Tunnels. Der Forecast* meldet 25 Knoten – Angenehme steife Brise. Nach einem schnellen Kaffee geht’s los. Ab in den Neo*, Kiterucksack auf, Board schnappen und mit dem Rad zur Bucht am Nordstrand strampeln. Wir können es kaum erwarten aufs Wasser zu kommen.


Kiter auf dem Weg ins Wasser

Kiter auf dem Weg ins Wasser

Mit einem kleinen 7qm-Kite* geht’s für mich heute raus. Der Sand fliegt.  Bevor es losgeht, werden die Leinen ausgelegt und der Kite aufgepumpt. Schon beim Aufpumpen kommt man ganz schön außer Puste.  Langsam füllt sich der Strand mit bunten Flecken, die alle darauf warten in den Himmel zu starten. Nachdem der Kite in der Luft ist, laufen wir barfuß im kalten Sand dem Wasser entgegen. Die Session beginnt.

Kitesegel

Kitesurfer in Action auf dem Meer

In den letzten Jahren ist die Community gewachsen und immer mehr Wassersportler verschlägt es ganzjährig nach Borkum. Egal ob Minusgrade, Nieselregen oder Sturm. Wenn man einmal das Kiter-High erlebt hat, wird man es so schnell nicht mehr los. Generations- und Geschlechterübergreifend findet die Sportart mittlerweile viele Anhänger und hat sich vom Extremsport zur richtigen Trendsportart entwickelt hat.

Kiten ist eigentlich ein Ganzkörper-Workout. Wer kiten lernen möchte, sollte eine gewisse körperliche Fitness mitbringen. Auch Vorkenntnisse im Lenkdrachenfliegen sind von Vorteil, aber kein Muss. Durch die Kräfte der Natur werden Ausdauer- und Kraftsport miteinander kombiniert. Da der Kite in der Körpermitte an der Taille mit einem Gurt befestigt wird, liegt die Kraftübertragung nicht direkt auf den Armen, sondern im Core-Bereich und stärkt dabei die Rumpf- und Bauchmuskulatur. Aber auch die Rückenmuskulatur wird beansprucht. Die Arme und Finger sind mehr für die Lenkung und Kite-Steuerung zuständig.

Mit Speed übers Wasser fegen

Mit Speed übers Wasser fegen

Jede/r Kitesurfer/in auf Borkum hat mal in der Bucht angefangen. Die Bucht bietet ein großes Stehrevier* und ist zudem rundum vom offenen Meer geschützt. Zunächst ist es mühsam den Kite in der Luft zu halten und sich auf Wind, Wasser, Kite und Board gleichzeitig zu konzentrieren. Dies erfordert körperliches Geschick, Koordination und Durchhaltevermögen. Die Folge sind meist mühselige Stunden Höhe laufen*, einige Meter schwimmen und Salzwasser im Gesicht. Doch hat man es einmal geschafft aufs Board zu kommen und sich vom Wind über das Wasser ziehen zu lassen, ist das Gefühl unbeschreiblich. Mit Blick auf den Horizont fühlt man sich unheimlich frei, die Gewalten der Natur zu spüren. Nahezu lautlos gleitet man über das Wasser und kann die Insel aus einer ganz neuen Perspektive erleben. Fernab vom bunten Treiben auf der Promenade werden die Strandzelte immer kleiner, und die endlose Freiheit auf dem Meer immer größer, je weiter man sich vom Strand entfernt.

Kitesurfen in der Bucht vor der Borkumer Promenade

Kitesurfen in der Bucht vor Borkums Promenade

Über die Jahre ist nicht nur die Community gewachsen, sondern auch die Sportart hat sich immer weiterentwickelt und so gibt es zahlreiche Disziplinen, die man im Kitesurfen ausüben kann. Für die einen geht es um die höchsten Sprünge, viele Drehungen und die höchste Geschwindigkeit. Die Anderen fühlen sich in der Welle mit einem Waveboard an den Füßen außerhalb der Bucht am Wohlsten. Jede Disziplin definiert sich über unterschiedliches Material und kann auch von Wind und Welle abhängig sein. Durch Borkums vielfältige Wetterbedingungen und die Möglichkeit sowohl innerhalb der Bucht als auch im offenen Meer zu kiten, kommt auf Borkum jede/r Kitesurfer/in auf seine Kosten.

Glossar:

Neo: Neoprenanzug
Forecast: Wind- und Tiden-Vorhersage
Knoten: Geschwindigkeitsmaß in der Seefahrt, 25 kn = 46,3 km/h
Kitegröße: Die Kitegröße hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtige Anhaltspunkte sind Körpergewicht, Windstärke, Revier- und Wasserbedingungen und individuelles Fahrkönnen. Die meisten Kitesurfer sind mit jeweils drei Kite-Größen ausgestattet. Bei Leichtwindbedingungen nutzt man eher große Kites, bei starkem Wind oder Sturm greift man auf eher kleine Schirm-Größen zurück. Die Größenangabe erfolgt immer in Quadratmetern. Die Kite-Range erstreckt sich von 4 qm – 20 qm.
Stehrevier: Wassergebiet, in dem man stehen kann, gilt i.d.R. als sicherer für Anfänger.
Höhe laufen: schräg gegen den Wind schwimmen, kiten oder laufen, wenn man abgetrieben ist.

~ von Hanna Münzel
~ Bilder von der Fotografin Seeleopics

2 Antworten zu “Kitesurfparadies auf Borkum”

  1. Raymond sagt:

    Na ja, mit dem kitesurf Paradies ist es ja nicht mehr weit her nachdem Borkum die Bucht versanden lässt und zudem auch noch die alt eingesessene Segelschule vergrault hat. Was waren das noch für Zeiten, als wir mit dem Kat dort unterwegs waren. Jetzt ist bei 20 Kitern schon wg Überfüllung geschlossen. Und das bei Hochwasser.

    • Dennis Möller sagt:

      Hallo Raymond,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Interesse an unserer Insel. Bezüglich der angesprochenen Versandung ist es so, dass die natürlichen Gegebenheiten für die Veränderungen rings um die Seehundsbank verantwortlich sind. Borkums Inselform – und vor allem der Strandbereich – hat sich in den letzten Jahrzehnten stetig verändert und ist gewandert. Wir haben zu diesem Thema eine Broschüre veröffentlicht. Schau doch mal rein, hier haben wir alle Informationen zur natürlichen Veränderungen in der Nordsee zusammengetragen: https://bit.ly/VomWindeverweht
      Die Segelschule wurde nicht vom Strand vergrault. Der Pachtvertrag ist ausgelaufen und nach einigen Jahren muss man bestimmte Pachtobjekte für den Markt öffnen und neu ausschreiben. Das war hier der Fall. Auf die Ausschreibung folgte nur eine Bewerbung.
      Wenn du mit dem Katamaran fahren möchtest, versuch es doch einmal am Südstrand. Dort gibt es eine Gruppe von Katamaranfahrern, die dort stationiert sind und dort auch fahren.
      Ich hoffe, wir konnten dir helfen und dürfen dich bald wieder auf Borkum besuchen.

      Viele Grüße
      Dein Borkum.de-Team

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